Anfängertipps

Aus K8200 Wiki
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Vorbemerkung:

Wer sich zum ersten Mal mit 3D-Druck beschäftigt, ist mit der Entscheidung für einem Bausatz wie dem Velleman 8200 grundsätzlich auf der richtigen Seite. Denn die Montage und Einrichtung des Druckers ist nur der Anfang von Konstruieren, Verbessern und Umsetzen von eigenen Ideen und die anderer Leute, die diese rege in Foren, z.B. http://forums.reprap.org/read.php?336,230366 vorstellen und diskutieren.

Hier sollen insbesondere "Neulingen" Tipps gegeben werden, worauf beim Zusammenbau des Druckers und bei ersten Druckversuchen geachtet werden sollte, um Enttäuschungen möglichst gering zu halten und zukünftige Verbesserungen leichter umsetzen zu können:


Vorbereitung

Ein möglicht von allen Seiten erreichbarer Montageplatz sollte vorhanden sein! Arbeiten (u. sehen können) muss man immer wieder aus verschiedenen Richtungen, manchmal auch von unten. Ist das nicht möglich muss ein zweiter Platz, auf den der Drucker in anderer Lage umgelagert werden kann, vorhanden sein. Sehr hilfreich ist hier ein Tisch auf Rollen, eine (stabile) drehbare Unterlage, oder notfalls eine Decke o.ä., die auf der Arbeitsfläche rutschen kann.


Mechanik

Zwar wird auch deutlich in der Montageanleitung von Velleman darauf hingewiesen, was besonders sorgfälig umzusetzen ist (in der sehr umfangreichen Anleitung werden viele Schritte etwas zu genau beschrieben und zu oft wiederholt, z.B. Löten und Schrumpfschlauch, dabei können die entscheidenden Punkte untergehen):

  • Auf exakte, rechtwinklige und feste Montage des äußeren Rahmens achten!
  • Noch wichtiger: das Gleiche gilt für die runden Stahlstangen, auf denen Linearlager laufen und mit denen der Drucktisch und der Extruder bewegt werden. 1/10tel Millimeter ist hier oft noch ein ziemlich grober Wert.
  • Besonders für parallel laufende Lagerführungen gilt: zunächst möglichst genau nach angegebenen Maßen montieren, aber Schrauben noch nicht festziehen!
  • Erst nach mehreren "Probeläufen" per Hand der X-, Y- und Z-Achsen und wenn diese wirklich sehr leicht laufen die Befestigungen fest montieren. Es ist ratsam, erst eine Schraube anzuziehen (leichtgängig?), dann die nächste(über Kreuz, also gegenüberliegend) Sollte es zwischenzeitlich schwer gehen dann die zuvor angezogene Schraube wieder lösen. Dieses solange wiederholen bis alle Schrauben fest angezogen sind und der Führungschlitten wirklich leicht läuft.
  • Mit den quadratischen Muttern, die in Rahmenstangen eingefügt werden können werden unterschiedliche Teile daran fest geschraubt. Vorteil vom Rahmenprofil ist u.a., dass die Position auch noch nachträglich leicht verändert werden kann. Besonders für die horizontralen Rahmenteile, noch wichtiger bei dem Z-Träger, der den Extruder hält und vertikal bewegt, ist es vorteilhaft, wenn man schon bei der Erstmontage schon einige Muttern mehr als verlangt einfügt, bei Z in allen 4 Lagen. Ziemlich wahrscheinlich möchte man nämlich nachträglich noch andere Teile montieren bzw. an anderer Stelle anbringen, z.B. Lüfter, Beleuchtung, Dremel... Übrigens: es passen auch normale, 6-eckige Muttern von 5mm-Schrauben in die Profile!
  • Sehr ratsam vor der Montage und elektrischen Verbindung des Boards ist, zu überlegen, wo der Drucker später betrieben werden soll und wo der steuernde Rechner stehen wird. Das Board muss nicht an der rechten Seite des Druckers montiert werden, was z.B. unpraktisch ist, wenn der Computer später links von ihm stehen wird. Hintergrund: das USB-Kabel sollte möglichst kurz sein, Beobachtung und Einstellungen am Board leicht möglich sein. Man wird da noch öfter dran müssen als man am Anfang denkt! Ein nachträglicher Umbau des Boards ist sehr umständlich, weil dann manche Verbindungen zu kurz, andere zu lang sein werden.
  • Lüfter: die serienmäßige Befestigung und die vorgeschlagene "Düse", um den Luftstrahl in Richtung Druck zu leiten sind äußert primitiv und ungeeignet für halbwegs brauchbaren Druck, weil so alles in der Nähe der Druckdüse gekühlt wird, also auch die Düse und das Druckbett, die auf bestimmte Temperatur geheizt werden. Ideal ist eine Lüfterdüse, die gezielt das gedruckte Plastik kühlt und möglichst nicht die Druckdüse. Sehr praktisch ist eine Belüftung von hinten (z.B. Fan_Nozzle_V1), weil das die Beobachtung des Drucks nicht verdeckt. Also schon in Voraus entsprechende Muttern hinten in den Z-Arm einfügen!
  • Eine bekannte Schwäche des K8200 ist die Z-Bewegung bzw. -Führung, weil sie nur einseitig angetrieben wird. Emfehlenswert ist

1. die Befestigung des Steppermotors zu ändern

2. eine flexible Kupplung zwischen Motor und Welle zu benutzen

3. die Gewindestange z.B. gegen eine Trapezgewindespindel zu tauschen (Hintergrund: eine M8-Gewindestange dient normalerweise zur Befestigung von 2 Objekten aneinander).

4. eine 2. Z-Achse anzubauen. Näheres dazu ist hier zu finden: Doppelte_Z-Achse

Elektr(on)ik

  • elektrische Verbindungen sind -sehr sinnvoll- am Board mit Steckern versehen. Sinnvoll ist es aber auch, das andere Ende der Leitungen ebenfalls mit Steckverbindungen auszustatten! Dann fallen mechanische Änderungen/Reparaturen am Drucker leichter.
  • Stecker am Besten mit Folienstift beschriften, dann geht die Rekonstruktion nach einem Eingriff besser
  • Netzteil

Druck

  • das Druckbett sollte möglichst bald mit einer kratzfesten Oberfläche ausgestattet werden! Bewährt haben sich Glas bzw. Spiegel. Näheres siehe Heizbett-Umbau Glas ist ein schlechter Wärmeleiter. Deshalb sollte man vor einem Druckauftrag das Bett manuell vorheizen und erst dann nach 1 - 2 Minuten den Druck auslösen.
  • die Haftung des aktuellen Druckobjekts ist sehr wichtig. Sie lässt sich verbessern, z.B. durch Bestreichen mit einem Klebestift ("Prit"), eher sparsam u. dann mit einem nassen Lappen auf der Glasfläche verreiben bzw. verteilen. Das reicht für ca. 10 Drucke, muss also nicht vor jedem neuen Druck erneuert werden. (PLA).
  • ein neues Druckobjekt sollte erst vom Druckbett gelöst werden, wenn das Druckbett nahezu Zimmertemperatur erreicht hat. Bei großer Ungeduld ist es schon vorgekommen, das selbst aus einer Glasoberfläche etwas ausgebrochen wurde! (Nur bei zuviel "Prit-Stift")